Im Verbandshaus Südwestmetall in Aalen Zukunft beleuchtet
Ostalb-Trend: G
esellschaftliche Wandel erf-
ährt "Beschleunigung durch Digitalisierung"

Statt Karriere sucht bürgerliche Mitte Halt in Gemeinschaft in
der Familie und in sicheren Job mit genügend Zeit für Freizeit

Geballte Fachkompetenz: "Beschleunigung durch Digitalisierung".   
Aalen.
Auf Einladung der Servicestelle HOCHSCHULE-WIRT-SCHAFT trafen sich bereits am 17.04.2018 im Verbandshaus von Südwestmetall Experten aus Hochschulen und Unternehmen, um über die Auswirkungen von Industrie 4.0 zu diskutieren. Den Blick auf die Arbeitswelt von morgen lenkte der Impulsvortrag von Peter Martin Thomas, Leiter der Sinus Akademie in Heidelberg, der sich in seinen Studien vor allem mit dem Verhalten von jungen Menschen und der Arbeitswelt von morgen beschäftigt. Der gesellschaftliche Wandel erfährt eine Beschleunigung durch die Digitalisierung. Die Trends der Zukunft können nicht wirklich vorhergesehen werden. Dies erzeugt bei vielen eine Unsicherheit. Thomas: “Die Welt wird als unkontrollierbar erlebt. Eliten werden kritisch betrachtet.“

Schmucke Verbandshaus der Südwestmetall in der Gartenstraße.   
Die bürgerliche Mitte sucht ihren Halt in der Gemeinschaft, in der Familie und in einem sicheren Job, der aber genügend Zeit für die Freizeit lässt. Karriere steht für viele nicht im Vordergrund. Thomas spricht von einer gesellschaftlichen Vielfalt 4.0. Die Unternehmen müssen lernen, damit umzugehen. Industrie 4.0 setzt ein lebens-langes Lernen voraus und flache Hierarchien entsprechen dem gesellschaftlichen Wandel.

Der ständige Wandel findet sich auch in den Produkten wieder. Christina Geiß von Liebherr in Biberach berichtet von Fragestell-ungen im Unternehmen, wie die Zukunftsfähigkeit der Produkte. Hierzu spielt die Forschung und gute Kontakte zu Hochschulen eine immer größere Rolle. Diese Sichtweise wurde auch von Hans-Peter Hafner der BSH Hausgeräte bestätigt. In Asien ist die Nachfrage nach intelligenten Kühlschränken stark zunehmend. Eine ständige Anpassung an die Digitalisierung ist für Firmen überlebenswichtig.

Auch die Lehre unterliegt dem digitalen Wandel. An der Universität Ulm, so Hermann Schumacher, gibt es eine Entwicklung weg von der klassischen Vorlesung hin zu Online
–Medien mit kürzeren Präsenzzeiten. Die Professoren haben dadurch mehr Zeit für die For-schung. Dem stimmt Marcus Hoffmann von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heidenheim zu. An der Hochschule sind die Themen E-Learning und elektronische Klausuren in Bearbeitung. Bei der Entwicklung, Einführung und den Inhalten der Studiengänge sind die kooperierenden Unternehmen beteiligt, die darauf achten, dass die Digitalisierung in den Studiengängen dem Bedarf der Wirtschaft entspricht. Dem wachsenden Fortbildungsbedarf entsprechend bietet die Hochschule Fortbildungsmodule an, um das Fachwissen der Berufstätigen zu erweitern.

Eine privatwirtschaftliche Weiterbildung wird von der Universität Ulm mit einem Master-online-Programm bereits seit über zehn Jahren angeboten, so Hermann Schumacher. Von einer guten Resonanz der berufsbegleitenden Studiengängen mit Bachelor und Master-Absch-lüssen der Pädagogischen Hochschule in Schwäbisch Gmünd ko-nnte der Vertreter der Hochschule Uwe Fasshauer berichten. Ulrich Schmitt von der Hochschule Aalen ist die Öffnung der Hochschule für Quereinsteiger ohne Abitur wichtig. Berufliche Abschlüsse und Ber-ufserfahrung können für ein Studium ausreichen.

Matthias Schneider von der Servicestelle HOCHSCHULE-WIRT-SCHAFT beim Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtsch-aft war mit der gut besuchten Veranstaltung sehr zufrieden.
„Die Vertreter der Hochschulen und Unternehmen zeigten sich offen, für die Einschätzung der Podiumsteilnehmer. Alle Diskutanten best-ätigten die Notwendigkeit, die Digitalisierung im Unternehmen und an der Hochschule zum Nutzen der Mitarbeiter, der Kunden und Stud-enten zunehmend umzusetzen.“